S3-Leitlinie ADHS 2026: Was sich für Erwachsene ändert.

Die interdisziplinäre S3-Leitlinie zu ADHS wurde erstmals seit 2018 umfassend überarbeitet. Die Konsultationsfassung der Version 2.0 erschien im Mai 2026. Hier die wichtigsten Punkte für Erwachsene.

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Fachlich geprüft von Dr. med. Karl-Heinz Gunzelmann · Stand

Kurz gesagt

  • Lebensspanne: späte Manifestation und höheres Alter neu berücksichtigt
  • Diagnostik: klinisches Interview im Zentrum, Abgleich mit Bezugspersonen
  • Behandlung: Sport und digitale Programme neu, Nahrungsergänzung nicht empfohlen
  • Haltung: Stigmatisierung aktiv ansprechen

Neu

Späte Manifestation

Symptome können erst mit steigenden Anforderungen oder dem Wegfall schützender Faktoren klinisch relevant werden. Die Kindheit wird dann auf leichtere Vorzeichen geprüft.

Neu

Höheres Lebensalter

ADHS wird über die gesamte Lebensspanne betrachtet. Bei erstmaligen Symptomen im Alter ist die Abgrenzung zu neurodegenerativen Erkrankungen Pflicht.

Neu

Stigmatisierung

Behandelnde sollen Stigmatisierung und Selbststigmatisierung aktiv ansprechen und Betroffene im Umgang damit stärken.

Präzisiert

Klinisches Interview im Zentrum

Bei Erwachsenen basiert die Diagnose überwiegend auf einem klinischen Interview, abgeglichen mit Angaben enger Bezugspersonen.

Präzisiert

Wer diagnostizieren soll

Für Erwachsene benennt die Leitlinie unter anderem Fachärzte für Psychiatrie, Neurologie und psychosomatische Medizin sowie ärztliche und psychologische Psychotherapeuten.

Neu

Familie und Ernährung

Angehörige werden stärker berücksichtigt. In der Anamnese sollen Ernährungsverhalten und Stoffwechselerkrankungen erfragt werden.

Neu

Sport und Bewegung

Bewegungsangebote sollten Erwachsenen im Rahmen eines multimodalen Konzepts angeboten werden, mit Fokus auf Freude und Nachhaltigkeit.

Neu

Digitale Interventionen

Geprüfte digitale Therapieprogramme können Erwachsene ergänzend nutzen, unter fachlicher Begleitung.

Präzisiert

Nahrungsergänzung

Vitamin-, Mineralstoff- und Mikronährstoffpräparate werden zur ADHS-Behandlung nicht empfohlen. Omega-3 kann ergänzend erwogen werden.